Dubai DXB: Anforderung XXL - TRANSNORM Kurven zwischen Wüste und Meer

Terminals. Die „unsichtbare“ Gurtfördertechnik in den kilometerlangen kurvenreichen Fluggepäckanlagen wirkt da eher unspektakulär....
Doch was leistet hier beispielsweise eine Gurtkurve im Gepäckband, die jahrelang im 24/7 –Betrieb und teilweise in nur überdachten Außenbereichen auf der Flugfeldebene störungsfrei laufen muss? Und was heißt das in Dubai - auf einem Airport zwischen Wüste und Meer– wo die Anforderungen an die Gepäckfördertechnik völlig neu definiert werden mussten? Lesen Sie, warum „Kurve“ und „Kurve“ eben zweierlei ist...und wie die „Transnorm-Wüstenkurve“ den Dauerlauf lernte...

Schon die üblichen Anforderungen an die Gepäckfördertechnik sind auf Flughäfen mit Drehkreuz/ Hub-Funktion hart: präzise getimte Slots, hohe Passagierzahlen und kurze Umsteigezeiten lassen keine Abstriche bezüglich Leistung und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb zu. Stillstände werden hier in Minuten gemessen – sie könnten Flugpläne durchkreuzen und die störungsfreie Bereitstellung des Fluggepäcks ist für den Reisenden durchaus keine Nebensache.
Kurvengurtförderer erfüllen bei der Realisierung komplexer Gepäckanlagen auf engstem Raum eine Schlüsselfunktion, sie lenken den Gepäckstrom in Schritten von 30° bis 180° auf die nächste Trasse und können in gewendelter Bauform auch gleichzeitig Höhenunterschiede überwinden. Zudem müssen sie mit dem nicht standardisierbaren Fördergut „Fluggepäck“ klar kommen, ohne dass scharfkantige Kofferschnallen die Transportgurte aufschlitzen oder biegeschlaffe Reisetaschen hängenbleiben. Diese Funktionen erfüllen die Transnorm-Gurtkurven bereits seit rund 30 Jahren auf nahezu allen Großflughäfen der Welt, was also war in Dubai so besonders?

Als im Jahr 2000 die neue automatisierte Gepäckförderanlage im Terminal 1 mit weit über 100 Gurtkurven eines anderen Herstellers in Betrieb ging, gab es weltweit kaum Betriebserfahrungen an einem klimatisch so anspruchsvollen Standort wie dem Airport Dubai. Bereits nach drei Betriebsjahren wurde klar, dass die hier verwendeten Kurvengurtförderer im Betrieb problematisch waren und einem außergewöhnlichen Verschleiß unterlagen. Der Ersatzteil-Aufwand und die Wartungszeiten stiegen enorm an...

Im Quick Cargo-Bereich des Terminal 2 waren Gurtkurven eines weiteren Anbieters installiert, die sich jedoch nach kurzer Einsatzdauer als ungeeignet erwiesen...

Die Luftfahrtbehörde von Dubai (DCA) analysierte die „Kurvensituation“ sehr genau und brachte diese Auswertungen in die seit 2000 bereits laufenden Planungen für den Terminal 3 ein. Dubai T3 – das bedeutete für die Gepäckförderanlage nicht nur schiere Größe sondern auch neue Dimensionen in Bezug auf die Leistung und Qualität von Schlüsselkomponenten wie Gurtkurven. Bereits Ende 2002 legte die DCA mit der Ausschreibung der Kurven für T3 die härtesten Anforderungen fest, die Gurtkurven je zu erfüllen hatten. Einen wesentlichen Anteil nahm dabei die Beständigkeit und Funktionssicherheit gegenüber den besonderen klimatischen Faktoren ein.

Jumbo-Gepäck a la Dubai...

Die konsequente Kundenorientierung des Airports hatte auch zu einer besonders hohen Toleranzgrenze bei der Fluggepäck-Mitnahme geführt. Während auf den meisten Airports der Welt das Limit bei rund 30 Kilogramm liegt, können Reisende in Dubai am Check-In-Schalter auch 50 Kilogramm auf das Gepäckband stellen, was im Gegensatz zu den weltweit üblichen 600mm bereits 1000 mm Breite aufweist. Auch bei den Gepäck-Abmessungen ist man großzügig – praktisch geht alles mit, was ein Mann noch bewegen kann. Für die Dimensionierung der Gurtkurven hieß das - mindestens 1200 Millimeter Durchlassbreite gegenüber den international üblichen 1000 und eine deutliche Erhöhung der Gewichtsbelastung.
Hintergrund ist der in den Vereinigten Arabischen Emiraten traditionell große Anteil pendelnder Gastarbeiter beispielsweise aus Indien und Pakistan, die ein erhebliches Warenspektrum „exportieren“. Last but not least wurde für die Wüstenkurve auch ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit bei einer Verfügbarkeit von fast 100% festgeschrieben. Diesem Punkt kommt keine geringe Bedeutung zu, wenn man weiß, dass die exakte Einhaltung der Flugpläne faktisch ein Markenzeichen der in Dubai beheimateten „Emirates“ darstellt. Keine Abflugverzögerung wegen fehlender Gepäckstücke!
Hinzu kommen kurze Gepäcktransferzeiten für Anschlussflüge... Der Ausfall einer Gurtkurve zur Hauptverkehrszeit könnte trotz vorhandener Redundanzen bereits für „Turbulenzen“ am Boden sorgen.

Der Test-Loop

Nachdem nun die Anforderungen an die T3-Kurven theoretisch definiert waren, ging die DCA den entscheidenden Schritt weiter: Ein Test-Loop unter Wüsten-Bedingungen mit den Kurven des Marktführers Transnorm!
Kilometerweit von den Terminals entfernt wurde 2004 in einer einfachen Wellblech-Lagerhalle dieser Test-Loop mit fünf exakt an die Normen der Ausschreibung angepassten Transnorm-Kurven für ca. ein Jahr unter extremsten Bedingungen in Dauerfunktion betrieben. Die Test-Situation entsprach der Praxis exakt: Gepäckstücke mit 55-70 Kilogramm Gewicht wurden im 24/7- und auch im Stop- and Go-Betrieb gefördert. Wüstenwinde wie der „Schemal“ brachten Sand und Staub aus West und Süd, aus Nord und Ost dagegen wehten salzhaltige Seewinde vom nur 8 Kilometer entfernten Persischen Golf. Nicht selten lagen die Mittagstemperaturen am Test-Loop bei 50° Celsius, während sie nachts auf nahe Null sanken und zu Kondensationseffekten führten. Als Transnorm-Manager Sidy Diop den Test-Loop im September 2004 besuchte, sah er, den Wind feinsten Sand durch die ständig offenstehenden Hallentore wehen und das Thermometer stand bei über 50 Grad. Als sich auf der Rückfahrt zum Flughafenterminal dann ein Autoreifen vor Hitze auflöste, dachte Diop: „das geht hier schief, das können selbst die Transnorm-Kurven nicht aushalten! Trotz vielfacher Erfahrungen bei bereits realisierten Kurveninstallationen in den letzten 10 Jahren u. a. in Saudi-Arabien, Kuwait und Abu Dhabi und konsequenter Berücksichtigung all dieser Erfahrung im Design dieser neuen Wüstenversion schürten die vorgefundenen Umstände doch Zweifel. Doch die Testkurven hielten mehr als Transnorm jemals beworben hat! Und so wurde die Gepäckanlage Dubai-T3 komplett mit rund 650 Kurvengurtförderern ausgerüstet. Nachdem diese 650 Gurtkurven nach der rund zweijährigen Test- und Inbetriebnahmephase ohne einen einzigen Zwischenfall liefen, beschloss die DCA auch in den Terminals 1 und 2 alle dort installierten Kurven nachträglich gegen Transnorm-Kurven auszutauschen!

Fazit:

Nur ein Airport am Südpol würde härtere Anforderungen stellen...
Transnorm hat die vielleicht härteste Herausforderung an die Gurtkurventechnik bestanden. Alle beteiligten „Transnormer“ sind stolz darauf, sich erneut als Entwicklungspartner der Erstausrüster für Fluggepäckanlagen bewährt zu haben.
Das seit fast dreißig Jahren auf den Großflughäfen der Welt ständig weiterentwickelte Gurtkurven-Programm konnte wiederum um einen wertvollen Baustein ergänzt werden – die „Wüstenkurve“. Sidy Diop, Director Conveyor Modules Division: “Die Wüstenkurve hat die weltweit härtesten Anforderungen bestanden“. 

Honeywell schliesst Akquisition von TRANSNORM ab

Übernahme stärkt das Lagerautomatisierungsportfolio von Honeywell und positioniert das Unternehmen für den wachsenden europäischen E-Commerce-Markt. ...

Mehr erfahren
Hinweis: Auf dieser Webseite werden Cookies eingesetzt, um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Seite nutzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinie .